Car Innovation 2015 Oliver Wyman english

Die Studie basiert auf den Erkenntnissen aus fünf Jahren Projektarbeit. Zudem interviewte Oliver Wyman rund 700 Personen und analysierte die mehr als 300 wichtigsten Technologien der Automobilindustrie. Dabei wurden 500 Zulieferer und 15 Hersteller berücksichtigt.

2005 investierte die Automobilindustrie 68 Milliarden Euro in F&E – das sind 783 Euro pro Fahrzeug oder 4,2 Prozent vom Umsatz. Der kontinuierliche Kostendruck durch strengere Gesetzgebung, zunehmenden Wettbewerb, steigende Risiken und stagnierende Nachfrage beeinflusst auch das Innovationsmanagement erheblich. Traditionelle Kostensenkungsprogramme reichen nicht aus. Nach Berechnung von Oliver Wyman müssen pro Auto 1.500 Euro (elf Prozent der Kosten) eingespart werden, wenn die Autoproduktion auch 2015 noch ein profitables Geschäft sein soll. Hersteller und Zulieferer werden ihre Effizienz in allen F&E-Prozessen deutlich verbessern müssen, um die Kosten unter Kontrolle zu halten. Zudem muss auch die Effizienz jeder Investition auf den Prüfstand gestellt werden. Kostensenkungsmaßnahmen wie Offshoring von F&E-Leistungen, Programme zur Vereinfachung, Standardisierung und Modularisierung oder der Bau von Billigautos werden der Branche helfen, die durch immer mehr Funktionalitäten verursachten Kostensteigerungen in den Griff zu bekommen.

Diese Entwicklungen werden begleitet von strukturellen Änderungen in den F&E-Abteilungen der Branche. Die Hersteller werden ihre F&E-Ausgaben künftig nur leicht erhöhen. Während westliche Hersteller ihre Forschungsgelder begrenzen, gibt es bei chinesischen, indischen und südkoreanischen Herstellern deutliche Ausgabensteigerungen. In der Gesamtsicht der Branche sind die Zulieferer und die Engineering-Dienstleister die Gewinner der Entwicklung. Sie können ihre F&E-Ausgaben bis 2015 um 20 Milliarden Euro steigern (2005: 46 Milliarden Euro). Der Konzentrationsprozess unter den Zulieferern wird ihre Innovationsstärke und ihre Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit F&E Partnern erhöhen. Networking ist ein weiterer Weg, um Kosten zu senken und dennoch die Innovationsqualität zu steigern.

Im Rahmen von »Car Innovation 2015« hat Oliver Wyman die Innovationsstrategien der erfolgreichsten Automobilunternehmen untersucht. Aus den Ergebnissen entstand das »Innovation Strategy Framework«. Es zeigt, welche Stellhebel Hersteller und Zulieferer nutzen müssen, um Innovationsführer zu werden. Entsprechend den Anforderungen an das jeweilige Geschäftsmodell müssen vier Dimensionen miteinander in Einklang gebracht werden: das Innovationsversprechen an den Kunden, die richtigen F&E-Kompetenzen im Innovationsnetzwerk, überzeugende »Business Cases« für jede Innovation sowie die Innovationsorganisation. Die im Innovationsmanagement führenden Zulieferer generieren eine um 16 Prozent höhere EBIT-Marge als der Durchschnitt aller Zulieferer – erreicht durch eine klare Innovationsstrategie und eine gute Balance zwischen diesen vier Dimensionen. Die Oliver Wyman-Studie schließt mit folgenden Empfehlungen:

  • Verstärken der Kunden- und Marketingorientierung der F&E-Abteilung
  • Aufbau eines differenzierenden Portfolios an Innovationsangeboten
  • Verbesserung von Effektivität und Effizienz der F&E-Organisation
  • Reduktion der kommerziellen und technischen Innovationsrisiken
  • Verbesserung der Innovationskultur und der F&E-Struktur
  • Anpassen der Innovationsstrategie an das »Innovation Strategy Framework«