Car Innovation 2015 Oliver Wyman english

Zur Verbesserung des Innovationsmanagements in der Automobilindustrie empfiehlt Oliver Wyman folgende Handlungsfelder:

F&E-Fokus auf Kunden und Marketing
Innovationen haben nur dann Erfolg, wenn sie Megatrends, Gesetzgebung, Wettbewerb oder den Kunden adressieren. Der Großteil heutiger Autoinnovationen basiert jedoch auf den Ideen und Träumen von Ingenieuren. Zu wenige gehen von erkannten Kundenwünschen aus. Hersteller wie Zulieferer müssen ihr Innovationsmanagement stärker am Bedarf der Kunden sowie an künftigen Marktentwicklungen orientieren. Ansatzpunkte zur Verbesserung der Kunden- und Marketingorientierung von F&E finden sich im Produktportfolio, im Innovationsmarketing, bei Preispolitik und Marktforschung, in einer größeren Marktnähe der F&E-Zentren sowie bei Innovationen für spezielle Kundensegmente.

Aktive Neuausrichtung des Innovationsportfolios
Ein unausgewogenes F&E-Programm führt zu künftigen Wachstumslücken. Hersteller wie Zulieferer sollten ihr Innovationsportfolio kontinuierlich analysieren und neu ausrichten, um eine Balance bei den Kriterien Marktpotenzial versus Markenbedeutung, Innovationsgrad versus Risiken, externe versus interne Entwicklung und Funktion versus Kostensenkung zu erreichen. Überprüft werden sollten auch die Segmente Stimmigkeit des Zeitplans, Werthaltigkeit und Ertragsstärke der Innovation sowie Abdeckung der wichtigen Kundensegmente. Das Innovationsportfolio muss sowohl kurzfristige Perspektiven bieten als auch ein langfristiges Wertversprechen für das Geschäft der Zukunft gewährleisten.

Verbesserung von Wirtschaftlichkeit und Risikomanagement von F&E
Um bei den Kosten wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen Hersteller wie Zulieferer kontinuierlich die Wirtschaftlichkeit ihrer Innovationen erhöhen. Hier gibt es vor allem drei Handlungsfelder: Effizienzverbesserung der F&EOrganisation, wie Prozesskostensenkung und Produktivitätsverbesserung; Effektivitätssteigerung von F&E, wie mehr und bessere Innovationen; die laufende Bewertung von Risiken der in Entwicklung befindlichen Innovationen, um das Unternehmen vor möglichen Verlusten zu schützen.

Unterstützung einer offenen Organisation und Kultur
Die Automobilindustrie muss sich mehr öffnen. Sie sollte in stärkerem Maße Trends aus anderen Branchen aufnehmen, etwa aus der Unterhaltungselektronik und der Telekommunikation. Hersteller und Zulieferer müssen Innovationsnetze bilden, um ihre Kompetenzen auszuweiten und die Kosten zu senken. Das Management muss eine offene Kultur schaffen, die die Zusammenarbeit fördert, das Kompetenzniveau der Mitarbeiter stärkt und unternehmerisches Handeln in der F&E belohnt.

Überprüfung der Innovationsstrategie
Hersteller wie Zulieferer sollten regelmäßig auch die Aktualität und Stimmigkeit ihrer Innovationsstrategie überprüfen. Die zentralen Ziele jeder Innovationsstrategie sind die kurz-, mittel- und langfristige Verbesserung von Wettbewerbsposition und Ertragsstärke. Um sicherzustellen, dass sie auch erreicht werden, kann das »Innovation Strategy Framework« von Oliver Wyman helfen. Kundenangebot, Kompetenzfokus und Zusammenarbeit sowie Organisation und Kultur müssen so zusammenwirken, dass sie einen starken Business Case ergeben.